Wirtschaftsstandort
Premiumregion Scharmützelsee




WAPPEN

Das Wappen von Wendisch Rietz wurde am 16. Oktober 1997 genehmigt.

Blasonierung: In Gold eine eingebogene blaue Spitze, darin ein goldenes Steuerrad, vorne nach der Figur begleitet von einem gestürzten schwarzen Zander, hinten von drei schwarzen Kiefernzapfen (2:1).

Quelle: Brandenburgisches Landes- hauptarchiv

Wendisch Rietz ist 1241 erstmals erwähnt

Wendisch Rietz ist in den Kirchenbüchern von Dahmsdorf 1241 erstmals erwähnt. Offenbar war der Ort seinerzeit nur ein zugehöriges Vorwerk. Die ersten Siedler waren Slawen, was sich aus dem Ortsnamen schließen lässt. Als Rietz (rycz) wurde im Wendischen ein Graben oder Fließ bezeichnet. Das Fließ teilt Wendisch Rietz und ist die Verbindung zwischen dem Storkower See und dem Scharmützelsee. Seit 1742 gehört Wendisch Rietz zu Preußen. Im siebenjährigen Krieg wurde der Ort von österreichischen Husaren geplündert, die ihr Biwak am Seeufer errichtet hatten. Daran erinnert noch der Name Husarenbucht.
Verkehrstechnisch wurde Wendisch Rietz Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen. Mit dem Bau des Storkower Kanals und der Schleuse Schleuse in Wendisch Rietz im Jahre 1885 bestand die Verbindung auf dem Wasserweg bis nach Berlin. Von touristischer Bedeutung war auch die Eröffnung der Bahnlinie Königs Wusterhausen – Grunow 1898. Damit stand der Entwicklung zu einem touristischen Ausflugsziel nichts mehr im Wege. Zur Jahrhundertwende 1900/01 wurde das Jagdschloss „Schwarzhorn“ errichtet und als Hotel und Restaurant betrieben. Die Idee dazu kam dem Komponist und Buchhändler Kunz 1897 bei einem Segeltörn auf dem Scharmützelsee. Er gilt somit als Pionier des Fremdenverkehrs. Großer Beliebtheit erfreuten sich schon damals Dampferfahrten von Berlin nach Wendisch Rietz und weiter nach Bad Saarow. Auch der Wassersport entwickelte sich zu dieser Zeit bedeutend, was sich durch die Gründung vieler Segel-, Ruder- und Paddelvereine belegen lässt.
Diese Entwicklung wurde – wie fast überall – durch den 2. Weltkrieg und durch die Gründung der DDR für lange Zeit unterbrochen. Erst mit Beginn der 1970er Jahre entschloss sich die damalige Staatsführung zur forcierten Entwicklung von Erholungsorten. Für Wendisch Rietz bedeutete dies die Trennung von Landwirtschaft und Erholung/Tourismus und gleichzeitig die Eingliederung von Glienicke/Ausbau und Behrensdorf/Siedlung im Jahre 1972. Bis Mitte der 1980er Jahre wurden 43 betriebliche Ferieneinrichtungen und das Jugenderholungszentrum mit 1.300 Betten errichtet. Übernachtungszahlen von 400.000 im Jahr waren normal. Mit der Wende 1989/90 sank das Unterkunftsangebot auf unter 100 Gästebetten. Heute ist Wendisch Rietz staatlich anerkannter Erholungsort und weit über die Landes- grenzen hinweg bekannt. Im Jahr 2009 wurde die Gemeinde sogar mit dem Titel „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ vom Land Brandenburg ausgezeichnet.